Theresia "Resi" Pesendorfer

Stecknadel Villa Waldhütte


Theresia Pesendorfer (Archiv ZME)


Video mit Theresia "Resi" Pesendorfer

Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Ich habe nur meine Pflicht getan“ von Maximilian Stelzhammer 1988


Ohne die unermüdliche Tätigkeit von Frauen, wäre Widerstand im Salzkammergut kaum möglich gewesen, denn es waren die Frauen, die den Alltag bewerkstelligten, zu Fluchthelferinnen wurden, Verstecke und Verpflegung organisierten oder Kurierdienste erledigten. Theresia Pesendorfer spielte dabei eine wichtige Rolle. 

Sie leistete ab 1934 unentwegt Kurierdienste für die in die Illegalität gedrängte linke Opposition des Salzkammerguts. Sie wurde zur Fluchthelferin für KZ-Häftlinge und Gesinnungsgenossen, unter anderem für die Widerstandskämpfer Josef Plieseis und Karl Gitzoller, dieser floh 1942 aus der NS-Haft. Pesendorfer versteckte Gitzoller an ihrem Arbeitsplatz, der „Villa Waldhütte“, wo sie als Haushälterin tätig war. Ihre Zivilcourage kommentierte sie folgendermaßen: „Ich musste ihn behalten, er wusste, ich bin eine andere, darum ist er ja zu mir gekommen“. 

Pesendorfer unterstützte maßgeblich die Widerstandsgruppe „Willy-Fred“ und stellte erste Verbindungen zwischen den in Verstecken untergebrachten und von der Gestapo gesuchten Gründungsmitgliedern der Gruppe (Josef Plieseis, Karl Gitzoller und Alois Straubinger) her. Als sich die Männer schließlich im Gebirge versteckten, übernahm Pesendorfer mit anderen Widerstandskämpferinnen die Versorgung mit Lebensmitteln und Informationen. Die Strapazen waren für Theresia Pesendorfer enorm, vor allem auch deshalb, da ihr Gesundheitszustand nie der beste war. 

Theresia Pesendorfer (Archiv ZME)

Die Männer und Frauen in der Widerstandsbewegung im Salzkammergut waren einfache, aber politisch bewusste Menschen, die das Unrechtsregime des Nationalsozialismus als solches erkannt hatten. Sie setzten ihr Leben aufs Spiel und wurden trotzdem nach dem Krieg nicht wie Helden behandelt. Im Gegenteil, oftmals wurde ihnen mit Skepsis begegnet, während Täter und Mitläufer schnell wieder integriert wurden. 

Die Nachkriegszeit war auch für Theresia Pesendorfer mit Entbehrungen und keinesfalls mit Ruhm verbunden. Sie blieb unscheinbar, setzte aber ihre politische Aktivität fort und engagierte sich jahrzehntelang im KZ-Verband, im Bund Demokratischer Frauen und in den KPÖ-Ortsgruppen. Im Laufe der Jahre widmete sie sich aber zunehmend der Familie. 1983 übersiedelte Theresia Pesendorfer von Bad Ischl nach Ebensee, in den Ortsteil Langwies. Sie verstarb am 31. Oktober 1989 in Ebensee, wo sie auch beerdigt wurde.

Text: Mag.a Nina Höllinger


Zum Weiterlesen: 

Mehr über die Biografie von Theresia „Resi“ Pesendorfer:
https://www.resi-pesendorfer.at/resi-pesendorfer 

Buchtipp:

„…dass man nicht umsonst auf der Welt ist“ von Heinz Oliver Kabus https://www.resi-pesendorfer.at/buch


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